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Fin versus Tech –traditionell versus innovativ –Immobilienfinanzierung im neuzeitlichen Wettbewerb (powered by Helaba)

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Mit:

Thomas Schneider, Co-Founder & CIO @ BrickVest
Norbert Kellner, Head of Debt Capital Markets, Helaba
Michael Kröger, General Manager Real Estate Finance, Helaba
Rainer Göbel, Geschäftsführender Gesellschafter, GLL Real Estate Partners GmbH

„Fin versus Tech –traditionell versus innovativ –Immobilienfinanzierung im neuzeitlichen Wettbewerb“ lautete der Titel des Workshops zu dem sich führende Köpfe der Branche sowie zahlreiche interessierte Zuhörer am Urban Leader Summit 2017 in Frankfurt am Main zusammenfanden.

Der bewusst kontrovers gewählte Titel des Workshops wurde von den Teilnehmern des Workshops direkt aufgegriffen – in vielen Punkten war man sich nicht gerade einig.

Dies zeigte sich zunächst darin, dass deutlich abweichende Sichtweisen zur Bedeutung und Implikationen der Digitalisierung für die Immobilienbranche existierten.

Aus Sicht von Norbert Kellner, Head of Debt Capital Markets bei der Helaba, seien zunächst noch erhebliche Vorarbeiten beim Aufbau eines einzigen gemeinsamen Daten-Standards für die ganze Immobilienbranche zu leisten, bevor sich eine Digitalisierung mit entsprechenden Effekten auf breiter Basis durchsetzen könne. Man müsse zunächst lernen eine gemeinsame Sprache zu sprechen.

Dies zeige sich nicht zuletzt am Beispiel der Smart Homes, welche zwar heute schon technisch problemlos realisierbar seien, oft aber noch an der fehlenden Datenkompatibilität der einzelnen Subsysteme scheitern.

Kellners Kollege, Michael Kröger, General Manager Real Estate Finance bei der Helaba konnte dies bestätigen. Bisher seien es vor allem noch Projekte zur Vereinheitlichung von Daten, beispielsweise zur Erfüllung von Reporting Anforderungen, welche die Banken beschäftigen. Fazit aus Sicht der Bankenvertreter: „Eher Evolution statt Revolution.“

Ganz anders sah dies naturgemäß Thomas Schneider, Co-Founder & CIO von BrickVest: „Wir kommen“ war die Quintessenz seines leidenschaftlichen Plädoyers für die Chancen von Fin- und Prop-Techs in der Immobilienbranche. Am Beispiel der BrickVest Plattform, welche Kleinanlegern die Möglichkeit eröffnet sich an großvolumigen Immobilieninvestments, welche sonst institutionellen Anlegern vorbehalten waren, zu beteiligen, skizzierte Schneider die ersten Geschäftserfolge. „Kein Geschäftsmodell ist für immer“ lautete seine Kampfansage an die anwesenden Bankenvertreter.

Einen Bogen zwischen den abweichenden Positionen der Vorredner spannte später Rainer Göbel, geschäftsführender Gesellschafter der GLL Real Estate Partners GmbH. Der Umgang mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung hinge nicht zuletzt von der Art und Größe der jeweiligen Organisation zusammen. Allerdings lautete sein Fazit: „Wer sich dem Wandel verschließt geht unter!“

Die Runde war sich zudem einig, die Revolution werde nicht von einem Start-up alleine kommen, sondern eher von einem Partner, der dem richtigen Start-up eine Plattform bietet.

Die Experten sahen die Immobilienbranche als im Vergleich sehr intransparente Branche, es bestünde noch viel Nachhol- und Verbesserungsbedarf. Dies mache es einfach vergleichsweise große Potentiale zu heben.

Dieser Aufgabe stehen die Diskussionsteilnehmer allerdings alles andere als ängstlich gegenüber – die Branche ist in Aufbruchsstimmung und die sich abzeichnenden Veränderungen werden mehr als Chancen wahrgenommen denn als Risiken. Oder wie es Thomas Schneider ausdrückte: „Es ist ein Privileg für mich, das machen zu dürfen.“

Autor: Markus Fehrenbacher, JLL

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