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Konferenzreport: Urban Leader Summit 2017 – Urban Drivers for Dividends & Growth

Am 26. und 27. April 2017 lud das ULI Germany zum traditionellen Urban Leader Summit im Main Tower in Frankfurt. Mit über 500 Teilnehmern zum Summit und der Abendveranstaltung, konnte die Konferenz erneut ein beständiges Wachstum aufweisen. Als Schirmherr trat erneut Jürgen Fenk, Chairman des ULI Germany Executive Committees, auf. Die Konferenzmoderation übernahm Steffen Uttich, Leiter Fondsmanagement der BEOS AG und ehemaliger Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Globaler Outlook und Future Cities ziehen über 500 Teilnehmer an
  • ULI stellt „Mass Migration in European Cities“ Report vor.
  • Münchener Domagkpark gewinnt ULI Germany Award for Excellence 2017.
  • Wirtschaftsexperten schätzen globale Lage positiver ein als Geopolitiker.
  • Vertreter der Wirtschaft weisen trotz Trump-Hype auf europäische Faktoren hin.
  • Wie der globale Trend hin zu alternativen Arbeits- und Lebensmodellen unsere Städte formen werden.
  • Städte rüsten auf – am Beispiel Köln.
Summit Reception: ULI Germany Award for Excellence und Networking at its best

Der Abend des 26. April stand ganz im Zeichen des Awards for Excellence, einem Preis, der in feierlichem Rahmen an herausragende Stadtentwicklungsprojekte verliehen wird. Der Preisträger in diesem Jahr: Der Münchner Domagkpark.

Urban Drivers for Growth: Global Outlook & Mass Migration

Zum Auftakt stellte Claudia C. Gotz, Executive Director ULI Germany, im Rahmen der hochkarätig besetzten Konferenz den neuesten ULI Report „Mass Migration in European Cities“ vor, und bot damit einen thematischen Kickoff für weitere drängende, globale Herausforderungen, die auf unsere Städte zukommen. So drehte sich der Programmpunkt „Global Outlook“ um politische und wirtschaftliche Ausblicke. Die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, Dr. Gertrud R. Traud, merkte an, dass sich Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung zwar mit neuen Formen der Unsicherheit auseinandersetzen müssten, die konjunkturellen Aussichten seien dennoch durchweg positiv. „Ich bin sicher, dass wir in drei oder vier Jahren wieder glauben, dass die Lage in Wirtschaft und Politik so unsicher sei wie noch nie. Und zurückblicken und denken: 2017 war alles einfacher.“ FAZ Journalist Klaus-Dieter Frankenberger zeichnete ein nachdenklicheres Bild: „Die Risiken, die derzeit lauern, liegen in der Geopolitik – Der Populismus hat seinen Zenit noch nicht überschritten, ist noch nicht abgeebbt.“

International Leaders Talk

Moderiert von Ralph Winter, Gründer & Senior Advisor CORESTATE Capital Group, diskutierten internationale Branchenexperten über die globalpolitischen Rahmenbedingungen, und deren Auswirkungen auf die Immobilienmärkte. Unter anderem stand Donald Trump mit seiner Politik der Abschottung im Zentrum der Diskussion. Die Diskutanten der Runde identifizierten den neuen US-Präsidenten als Treiber eines von Wechselhaftigkeit geprägten Führungsstils, der Prognosen nahezu unmöglich mache. „Die Auswirkungen auf immobilienwirtschaftliche Geschäftsmodelle lassen sich derzeit kaum absehen, da völlig unklar ist, ob der Präsident die Politik, die er ankündigt, auch tatsächlich umsetzt“, sagte John Banka, Managing Principal bei Project Partners International. Doch auch in Europa sieht die Runde entscheidende Entwicklungen. “Mich wundert in Europa, dass jeder nur über Trump spricht.” kommentiert Ralph Winter die momentan einseitig verteilte globale Aufmerksamkeit. Sebastiano Ferrante fügt hinzu: „Die kritischen Faktoren für den europäischen Markt werden nicht Trump und die USA, sondern die italienischen Banken und der “Frexit” sein.“

Urban Future Outlook – Ist “alternativ” das neue “normal”?

Schneller, hochwertiger, kooperativer – das sind die von Franz-Josef Höing, Beigeordneter Planen & Bauen aus Köln, vertretenen „Kölner Vorstellungen“, mit dem die Stadt am Rhein hofft, Investitionen und durchdachtes Wachstum unter einen Hut zu bringen. „Damit aus dem Blitz des Entwurfes jeweils auch der Donner der Baustelle wird, müssen wir die organisatorischen Strukturen weiter anpassen, Verfahren weiter beschleunigen und mit aller Kraft versuchen, die Qualität zu sichern.“ warb Höing für seine Stadt.

Aus der Sicht eines Finanz- und Börsenexperten vertrat Frank Bethmann, ZDF Börsenredakteur, die Ansicht, dass man die Finanzmärkte nicht mit Immobilienmärkten vergleichen kann. Eine Gemeinsamkeit sah Bethmann aber doch: „Sämtliche Anlageformen sind aus meiner Sicht heutzutage falsch bewertet.“, bilanzierte der Journalist.

Seit Jahrzehnten sitzen Büromitarbeiter in den Firmenzentralen und -dependancen an ihren Schreibtischen. Heute deuten sich in diesem Bereich zunehmend Veränderungen an, die weit über die Frage ob Einzel- Doppel- oder Großraumbüro hinausgehen. Fabian Dittrich, Gründer und CEO seines Startups helpando.it, hat sich schon lange vom ortsgebundenen Arbeiten entfernt – sein Unternehmen hat keine Büroräume, alle Mitarbeiter arbeiten dort, wo sie gerade sind. „Freunde von mir in Mexiko stehen jeden Morgen und jeden Abend zwei Stunden im Stau. Wahnsinn. Wenn wir jungen Leute die Arbeitsbedingungen nicht verbessern, macht es niemand“, sagt Dittrich. Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel spricht nicht über sein persönliches Lebensmodell, sondern aus der Sicht eines Wissenschaftlers. Er erklärt, dass sich die Bedürfnisse von Menschen geändert haben. Für Wenzel zählen hier „Stages not Ages“. Die Quintessenz: Heutzutage können sich die Bedürfnisse der Menschen in mittlerweile 6 oder mehr Lebensphasen, beruflich wie privat, schnell ändern. Daraus ergeben sich neue Anforderungen, die an die Immobilien und Städte der Zukunft gestellt werden. Der aus Schweden angereiste CEO der Stockholm Business Region Olle Zetterberg stellte digitale Zukunftsprojekte vor, die seine Stadt smart und attraktiv für Investitionen machen sollen. Für Zetterberg liegt der Ball hier eindeutig bei der öffentlichen Hand: „Es sind die Städte, die die Grundlage für den Digitalisierungsprozess legen müssen.“

Workshops

Im beliebten ULI-Workshop-Format entwickeln Moderatoren und Impulsgeber interaktiv mit den Teilnehmern des Urban Leader Summit wertvollen Input. In diesem Jahr standen Workshops zu den Themen Coworking, PPP, FinTech, Digitalisierung, Hotels, Architektur vs. Rendite und Unternehmensimmobilien auf dem Programm.

Fazit

Über 500 Teilnehmer an beiden Veranstaltungstagen sprechen für sich: Der ULI Germany Urban Leader Summit hat sich als wichtiger Treffpunkt für Experten der Branche etabliert. Mit dem diesjährigen Programm konnte ein enormes Spektrum an Themen aus unterschiedlichsten Sichtweisen beleuchtet werden. Das ULI Germany dankt allen Partnern, Rednern, Helfern und Teilnehmern für einen großartigen Summit in Frankfurt.

Eine Bildergalerie zum Urban Leader Summit 2017 finden Sie hier

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